Mittwoch, 21. September 2016

Was bleibt

Das Haus meiner Uroma


Was bleibt ist die Erinnerung an das unheimliche Gefühl, was ich immer in der Dachkammer hatte, die Erinnerung an die Faszination für die Schmuckkiste meiner Uroma und die vielen bunten Ketten. Wenn ich durch die Zimmer gehe höre ich die Formel-eins-Sendung meines Großonkels im Hintergrund, erinnere mich an den Geschmack der Schmalzbrote, die mir in Massen vorgesetzt wurden, daran, wie wir in der Ecke der Küche heimlich der Katze etwas Wurst gaben. Wie meine Großtante mir Zöpfe flocht und unten im Keller die Haare schnitt. Ich erinnere mich daran, dass ich manchmal danach nochmal zum "richtigen" Frisör musste, es ihr aber nie sagen konnte. Ich weiß genau, dass in dieser einen Ecke immer mein Schwimmring lag und ich ihn schon Stunden vor dem ersehnten Freibad-besuch hervorholte und damit durchs Haus sprang. Ich sehe meine Uroma auf der Hollywoodschaukel im Garten, ich sehe den Hund im Zwinger lungern, aber die Katze sehe ich nicht...die rannte immer in den Feldern umher.




 In dem Haus wird bald niemand mehr sein, der diese Dinge sieht. Der Sessel meiner Uroma wird da nicht mehr stehen und die Hollywoodschaukel auch nicht.
Was bleibt? Was hinterlassen wir Menschen, wenn wir gehen?