Sonntag, 24. April 2016

Freitagnachtcollagen

Man nehme ein paar Gläser Wein, einige Tafeln Schokolade, alte Zeitschriften, kreative Gedanken, Kleber, Schere, Ruhe, Musik, eine gute Freundin, ein kleines WG-Zimmer, Regen am Fenster und Nacht vor der Tür:

Was siehst du in den Bildern?

Freitag, 22. April 2016

Fassaden

Gesichter von Belgrad

Für mich sind Fassaden Gesichter, Gesichter einer Stadt. Man könnte meinen sie zeigten die Stimmung, doch nicht jedes traurige Gesicht ist unglücklich und nicht jedes Lächeln bedeutet Freude.
Vielleicht denkt ihr Belgrad sei ein wenig grimmig und grau. Vielleicht wirken die Fassaden auf den Fotos ein als sei die Stadt e ingestaubt und vergessen. Aber hinter jener dunklen Fassade verbirgt sich ein grüner Hinterhof, hinter der nächsten ein lautes, buntes Cafe, knallige Grafittis schenken den Häusern ein fröhliches Gesicht, hellgrüne Frühlingsblätter erfrischen die Straßen und aus einer Garage tönt Klaviermusik.
Die Fassaden erzählen Geschichten, zeigen woran die Leute glaubten und wovon sie träumten. Dieses Haus erzählt von der Herrschaft Titos während sein Nachbar noch von der Kaiserzeit träumt und das Gebäude daneben lieber in der Zukunft stünde.

Und wer weiß was sich hinter den Mauern finden lässt...




Freitag, 15. April 2016

Belgrad

was letzten Freitag geschah

Nachdem die Konferenz der Friedensorganisation ergebnislos beendet war und sich alle von unserem Hund verabschiedet hatten verließen wir das serbische Dorf im Auto des Dolmetschers, der allein nicht fünf Sitze braucht. Wir hatten eine Adresse und tatsächlich öffnete die serbische Freundin des walisischen Studenten und begrüßte uns herzlich, er war unter der Dusche, wir kannten weder ihn noch sie. Am Spülkasten hing ein Bild der britischen Königin, man räumte die Couch für uns frei, nun lag noch mehr auf dem Boden. Sehr schön.
Wir trafen also die Mazedonier wieder und auch die kanadische Ukrainerin fand das Restaurant und setzte uns kurze Zeit später in eine Kneipe zwischen ihre Freunde. Auf der Karte standen zu viele Biersorten, ich unterhielt mich eine Weile mit dem Typen aus dem Jemen, obwohl er eigentlich in Thailand aufwuchs. Langweiliges Gespräch. Viel interessanter schien es mir die zwei Franzosen beim Flirten zu beobachten bis mich die Serbin wieder in ein Gespräch verwickelte. Ein paar Clubs und Stunden später stritten sich der Thailänder und der Senegalese, wer das dickere Mädchen gehabt hätte, die Musik war trotzdem gut...Zeit zu gehen.





[Interessiert euch eigentlich was Samstag geschah// was Belgrad uns sagen will// ob ihr da mal hinfahren solltet// warum ich da wieder hinfahren will// wie es da aussieht ... was lest oder seht ihr gerne?-lasst es mich wissen]

Mittwoch, 6. April 2016

Die Länge der serbischen Landstraße

Ich laufe am Rande eines kleinen serbischen Dorfes an der Landstraße entlang, rechts und links Felder, eine Tankstelle, ein Traktor zieht seine Bahnen, dahinter eine Staubwolke...
Es riecht nach Frühling, es riecht nach Feld, nach Dorf, nach Weite. Es ist flach, ich kann kilometerweit geradeaus blicken und nichts hindert meinen Blick am Schweifen.
Ich atme tief durch.
Im nächsten Moment wundere ich mich nicht hinter der nächsten Baumgruppe die Silhouette meiner Heimatstadt zu sehen. Hier ist es wie zuhause und doch bin ich zweitausend Kilometer davon entfernt. Ich bin froh über dieses Gefühl, genieße alles, was ich offenbar doch vermisse und bin im selben Moment wehmütig.
Hat man mich Kind aus dem Norden im Gebirge eingesperrt?
Ich brauche die Weite, ich brauche den Wind, ich vermisse das Flache, ich brauche ewige Felder und kleine Höfe...