Samstag, 19. März 2016

Zeit

Liebe Zeit,
wir müssen reden.
Also versteh mich nicht falsch, ich mag Dich...eigentlich, meistens...ja oft bist Du schön.

Wir Menschen denken wir hätten Dich durch unsere Uhren und Pläne gebändigt, doch wir liegen falsch. Das ist nur Schein. Unsere Apparate wollen beweisen, dass alle Deiner Sekunden, Stunden und Tage gleichlang sind, aber daran magst Du Dich nicht halten.

Du bist wie ein wildes Tier, unberechenbar, mal zahm, mal wild, mal gehorchst du, doch zu gern machst du was dir gefällt und treibst mich in den Wahnsinn.
Ich kann dich weder festhalten noch zum Eilen zwingen.
Du verstreichst ganz wie es Dir richtig scheint.

Schon sieben Monate, noch fünf.
Ich habe keinen blassen Schimmer wie lange das ist.
Auslandsjahr...Jahr?
Vor sieben Monaten dachte ich das sei lang.
Du spielst mir Streiche, denn es war gestern. Mein nutzloser Kalender hilft mir nicht weiter.
Ich erinnere mich, dass Du mir zwischendurch vorgaukeltest Ich sei schon ewig hier, dass Du mich hast denken lassen es wäre ein großer Zeitraum. Vielleicht lag ich richtig?

Wenn ich an die Zeit davor denke ist sie fern und scheint mir tatsächlich viele Monate her.
Das ist wirklich lang, da ist alles anders gewesen, jetzt ist anders...das war jedenfalls was anderes.
Ja aber wie kann es denn die verstrichene Zeit so kurz sein und zugleich die Zeit davor so weit entfernt?

Du bist unfair.
Leider ahne ich schon jetzt, dass du meine fünf Tage Urlaub kurz machen wirst, sie werden Stunden werden, stattdessen ziehst du die fünf Tage, die ich noch warten muss in die Länge.
Hey, sei doch mal nicht so gemein!

Zeit, was machst Du?
Du verwirrst mich und doch bin ich Dir dankbar.
Was wäre, wenn Du Dich an die Uhr halten würdest?

Möchten wir das?


Wann war ich eigentlich in Berlin?

1 Kommentar:

  1. Toller Beitrag!
    So schön geschrieben, und viele wahre Worte :)
    Solche Posts lese ich immer sehr gerne.
    Alles Liebe, Maya von Melyanisme

    AntwortenLöschen

Und was denkst du?